Fotoschnack Workshop 6.8. - 9.8.2018 in Hamburg

FSAhoi

Foto Eva Hartmann

Fotoschnack

Einmal im Monat schaue ich mir auf Youtube eine Sendung an, die 2 Fotografen aus Hamburg live senden. Da geht es natürlich um Fotografie und um alle Themen drumherum. Die Sendung wird gemacht von Patrick Ludolph und Gunther Wegner, beides Fotografen aus Hamburg. Seit 2011 bringen die Beiden immer wieder Videobeiträge zu Fotothemen und seit Anfang 2016 senden sie eine eineinhalb stündige Livesendung, manchmal mit Gästen.

Die Sendungen sind immer informativ und auch lustig, Running Gags wie Whiskey und das Lästern über Leica und Lightroom gehören zum Programm.

Oft habe ich mir gedacht, es wäre doch toll, wenn die mal einen Workshop machen würden, hätte aber auch nie gedacht, dass die das tatsächlich mal machen würden. Umso größer war meine Überraschung, dass die dann im März tatsächlich einen Workshop im August ankündigten. Wow.

Bei rund 15000 Zuschauern der Sendung dachte ich mir, jetzt heißt es schnell handeln. Und sobald der Workshop auf der Website von Gunther verfügbar war, habe ich zugeschlagen.

Nun ist Hamburg rund 1000 km von mir entfernt, deshalb habe ich in dem von den Veranstaltern gebuchten Hotel vorher und nachher jeweils eine zusätzliche Übernachtung gebucht.

Ebenfalls frühzeitig habe ich mein Bahnticket gebucht, was mir dann eine recht günstige Reise 1. Klasse für 135€ hin und zurück beschert hat. Dass das allerdings typisch Bahn mit einigen Hindernissen verbunden war, das braucht ein eigenes Kapitel.

Studio

Foto Hans-Peter Dorn

Fotoschnack

Workshop:

Zuerst mal zum Workshop. Dieser dauerte von Montag Nachmittag bis Donnerstag am frühen Nachmittag. Mit den Veranstaltern waren das dann 18 Leute, was eine Menge ist, wenn man als Gruppe in einer Stadt unterwegs ist☺.

Bereit zum Abmarsch vor Paddys Studio

Jeder Tag hatte Programmpunkte, die aber flexibel gehandhabt wurden. An allen Tagen war es heiß, sehr heiß. Immer über 30 Grad, am vorletzten Tag sogar 37 Grad.

Montag 6.8.2018

nach einer Vorstellungsrunde und einigen Hinweisen zum Workshop ging es mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Hafencity von Hamburg. Hier waren die U-Bahnhöfe und die Hafencity die Fotohotspots.

Schon in der S-Bahn gings rund

U-Bahn Hafencity

Anschließend ging es zum Essen auf der Elbtorpromenade. Von hier aus ging es über die Elbphilharmonie in die Speicherstadt um dort während der blauen Stunde zu fotografieren.

Hafencity

Durch die Hitze waren alle schwer vom Durst geplagt und am Ende ging es noch mal in eine Kneipe im Chilehaus. Allerdings war Wasser das bevorzugte Getränk. Als wir in Hotel zurück kamen, war es schon Mitternacht.

Blaue Stunde in der Speicherstadt

Dienstag 7.8.2018

Wie an allen Tagen traf man sich erst mal in Paddys Studio um sich zu besprechen. Dann wurden die Elbphilharmonie, die Landungsbrücken, das Dockland und die Hafenstraße angelaufen und anschließend eine kleine Rundfahrt in einer völlig überfüllten Hafenfähre gemacht.

Elbphilharmonie

Der Abend wurde am Elbstrand verbracht, wo sich einige tatsächlich zum Baden in die Elbe trauten.

Foto Eva Hartmann

Zeit für Timelapse und Langzeitbelichtungen war aber auch noch. 2 Kästen Bier halfen an diesem Abend den Durst im Zaum zu halten. Wieder war es fast Mitternacht. Dass es nicht noch später wurde hatten wir dem bereits wartenden Bus zu verdanken, der dann wegen Überfüllung an keiner Bushaltestelle mehr hielt und direkt zum Bahnhof Altona fuhr.

An der Elbe

Mittwoch 8.8.2018

Waren wir bisher mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, wurden für heute 2 Kleinbusse gemietet, die uns in die weitere Umgebung von Hamburg brachten. Ein kleiner Vortrag über Porträtfotografie von Paddy wurde noch im Studio gehalten. Auf dem Programm stand heute ein Porträtshooting mit 2 Models unter der Argentinienbrücke und am Hamburger Hafen. Porträtshooting ist so gar nicht meins. Eine kiloschwere Kamera jemanden ins Gesicht halten ist nicht mein Ding. Für die Aufnahmen im Hafen mussten wir dann noch über eine Mauer klettern. Ob das legal war? Eine interessante Location war es auf jeden Fall, da man hier sehr nah an den Containerschiffen war.

Hamburger Hafen

Abends ging es dann noch an die Elbe gegenüber der Elbphilharmonie für Langzeitbelichtungen und Panoramaaufnahmen. Anschließend das letzte gemeinsame Abendmahl: champs-hamburg"

Donnerstag 9.8.2018

Nochmal in Paddys Studio. Heute war die Bildbearbeitung das Thema und dann gingen die Teilnehmer so langsam im Laufe des Mittags auseinander. Einige kauften noch Bücher von Paddy und Gunther. Da sich die beiden immer nur um einzelne kümmern konnten, war dieser Tag auch nicht wirklich so spannend und hatte viel Leerlauf. Mit ein Grund war, dass in der Einladung stand, dass man einen Laptop mitbringen „könnte“. Da ich keinen habe, hatte ich mich auch nicht weiter darum geschert. Aber ohne Laptop wareneben die Bearbeitung der Bilder an diesem Tag nicht möglich. Da hätte man noch ein Alternativprogramm sich ausdenken können.

Aber wir hatten viel Spaß (Fotobox in Paddys Studio)

Reise

Bahn:

Beinahe hätte ich es aber gar nicht zum Workshop geschafft.

Eine Woche vorher war eine totale Mondfinsternis und es sollte die letzte für viele Jahre in unseren Breiten sein. Dem entsprechende hatte ich mich vorbereitet, sogar eine App gekauft, die den Stand des Mondes anzeigt und bin an diesem bewussten Abend mit dem Fahrrad zu meinem Standort losgefahren. Beim Absteigen vom Fahrrad hatte ich allerdings nicht mehr an das Stativ in der Satteltasche gedacht und mir so das Bein angeschlagen, dass ich erst mal 5 Minuten die Zähne zusammenbeißen musste, damit ich nicht losschreie. Das ganze Ausmaß der Verletzung trat dann erst Tage später in Erscheinung, ich konnte kaum noch gehen. Die Schmerzen waren so stark, dass ich die ganze Woche fast nur im Liegen verbringen konnte. Erst am Abfahrtstag ging es soweit, dass im humpelnd in den Zug einsteigen konnte. Aber den ganzen Workshop waren die Schmerzen noch da.

Übrigens wurde aus den Bildern der Mondfinsternis nix, ein Wolkenband war schneller und hat alles verdeckt.

Der Zug ist eine der längsten Verbindungen in Deutschland. Er fährt von Berchtesgaden nach Hamburg Altona, was sehr gut passt,man also nicht umsteigen. Da Urlaubszeit war und aus Erfahrung habe ich natürlich eine Reservierung gehabt. Nur die Bahn scheißt sich nix dabei, dass sie wieder mal einen falschen Waggon vorfährt, in dem keine Reservierungen angezeigt werden. Aber es war ja noch nicht voll.

Dann aber kam es im Augsburger Bahnhof zu einem Zwischenfall. Ein Ehepaar stieg ein und der Mann kippte direkt vor unserem Abteil um. Eine halbe Stunde haben im Zug anwesende Ärzte versucht den Mann wieder zu beleben. Dann kam der Notarzt aus Augsburg und der Mann wurde auf dem Bahnsteig weiterbehandelt. Bis zur Abfahrt des Zuges eine Viertelstunde später hatte sich erkennbar nichts an seinem Zustand geändert, so dassdie Vermutung aufkam, dass er es nicht geschafft hat. Diese Situation aus nächster Nähe mitzuerleben macht einen völlig fertig. Wir konnten ja nicht aus unserem Abteil raus, da direkt vor der Tür behandelt wurde.

Während wir in unserem mittlerweile vollen Abteil jeder für sich versuchte mit der Situation fertig zu werden, hatte die Bahn eine besondere Idee: Das Abteil müsse geschlossen werden und wir müssten uns im Zug andere Plätze suchen. Anscheinend muss in so einem Fall das Abteil geräumt werden, damit keine Ansteckungsgefahr von irgend was auch immer besteht. Auch wenn das Ganze gar nicht im Abteil stattgefunden hat. Bahn halt.

Mein Plan war eigentlich den Halt in Augsburg abzuwarten und anschließend im Bistro was zu essen zu kaufen. Danach war miraber nicht mehr. 2 Stunden später kam der Hunger aber doch und noch während meines Weges zum Bistrokam die Durchsage der Bahn, dass das Bistro geschlossen hat, weil die Ablösung des Bistrobetreibers krank geworden sei. Ach Bahn! Also hungrig bis Hamburg.

Der Workshop war ja von gutem Wetter gesegnet, immer über 30 Grad, meist weit drüber. Wenn dann das Wetter umschlägt, wird es meistens heftig. Und es wurde heftig. Rechtzeitig zum Ende des Workshops kam Sturm auf, der in ganz Norddeutschland für heftige Schäden gesorgt hat. Wie heftig sah ich dann am nächsten morgen im Hamburg Altona, wo mein Zug nach München ging. Aber erstmal zeigte die Abfahrtszeit viele Züge an, die ausfielen. Meiner Gottseidank nicht. Also auf die Abfahrt warten und es sich gemütlich machen. Die Fahrt dauert lang, weil es über Berlin geht. War mir ja egal, es war billig und ich hatte Zeit.

Aber ich hatte mal wieder die Rechnung ohne die Bahn gemacht. Die Zugausfälle am Abend vorher und auch an diesem Tag hatten ihren Niederschlag im Hamburger Hauptbahnhof. In Sechserreihen standen Menschen, die in den Süden wollten. Kaum waren die Türen geöffnet, war der Zug nicht mehr von einer Sardinenbüchse zu unterscheiden.

So standen wir dann erst mal 20 Minuten. Dann die die Durchsage vom Zugchef: wenn nicht mindestens 100 Leute aussteigen, fährt der Zug nicht weiter. Und wieviele stiegen aus? Null. Nach einer halben Stunde setzte sich der Zug dann doch in Bewegung in Richtung Berlin-Spandau. Dort wurden dann 2 Züge nach Süden angekündigt und die Passagiere aufgefordert diese zu nutzen. Tatsächlich wurde der Zug etwas leerer. Aber nur bis Berlin Hauptbahnhof. Dort standen dann die anderen Fahrgäste, die in Berlin keine Möglichkeit hatten nach Hause zu kommen. Somit ging die Fahrt in einem absolut übervollen Zug bis nach Nürnberg. Erst dort entspannte sich das Ganze und man konnte mal aufs Klo gehen. Bistro war natürlich während der ganzen Zeit tabu.

Am Ende sind wir wohl alle wohlbehalten zu Hause angekommen. Schee wars trotzdem.

Veranstalter:

Neunzehn72 Patrick Ludolph (Paddy) Gunther Wegner Der Video-Kanal von Fotoschnack

Bilder:

Meine Bilder

Das Video zum Workshop