Betrachtungen zur Fußgängerzone Freilassing

Markt in der Fußgängerzone Freilassing
Markt in der Fußgängerzone Freilassing

Die Ausgangslage

Die Fußgängerzone in Freilassing macht einen heruntergekommenen Eindruck und ist wenig belebt. Ausdruck hierfür ist die mangelnde Besucherfrequenz, leerstehende Geschäfte und ein schlecht beschickter Markt.

Die reine Fußgängerzone hat 67 Ladenlokale. Eigentlich sollte dies einen regen Publikumsverkehr und entsprechenden Umsatz bedeuten. Leider scheint das nicht der Fall zu sein.

Leerstand in der Fußgängerzone Freilassing
Leerstand in der Fußgängerzone Freilassing

Nach Geschäftsschluss und am Wochenende ist die Fußgängerzone verwaist. Das wiederrum heißt, es gibt keine potentielle Kunden, die sich auch mal die Auslagen ansehen. Es gibt also wenig Kunden, die sich bei Ladenschluß mal die die Auslagen anschauen, um sich am nächsten verkaufsoffenen Tag wieder in die Fußgängerzone begeben, um dort in Einkaufswünsche zu befriedigen.

Von den 67 Läden sind 6 leerstehend, und das teilweise schon länger. Das Thema Leerstände spielt in der Diskussion um die Funktionsfähigkeit der Innenstädte und Ortskerne als ökonomische Zentren eine besondere Rolle, da Leerstände in erster Linie als Indikatoren eines wirtschaftlichen Niedergangs interpretiert werden.

Bezeichnend ist auch, dass die Anzahl der Ladenlokale, die einen kurzfristigen Bedarf decken völlig unterrepräsentiert sind (10,4%). Der Anteil „mittelfristig“ beträgt 25,4%. Somit sind die Bedarfsbereiche „langfristig“ und „andere“ mit 64,2% völlig überrepräsentiert.

Dies hat zur Folge, dass die Besucherfrequenz, selbst bei optimalen Bedingungen, zu gering ist.

Fakten:

Daten zur Bedarfsanalyse
Bedarf Anzahl Anteil %
Kurzfristig 7 10,44
Mittelfristig 17 25,37
Langfristig 21 31,34
bedingt 22 32,83

Die Tabelle zeigt an wieviele Geschäfte es in der Fußgängerzone gibt, unterteilt nach dem Bedarf. Der Wert "Bedarf" ergibt sich aus dem Zeitraum, der normalerweise benötigt wird, um den persönlichen Bedarf zu decken.

"Bedingt" befriedigt keinen unmittelbaren oder mittelbaren Bedarf, sondern wird befriedigt, wenn man andere Bedürfnisse (kurz, mittelfristig) erledigen kann und dann noch diesen "bedingten" Anlass eine Chance gibt: Beispiel: wenn ich schon einen Mantel kaufe, dann gehe ich anschließend noch essen. Dienstleistungen wie Banken, Versicherungen und Makler gehören ebenfalls in diesen Bereich. Diese "locken" ebenfalls nicht wirklich Kunden in der Bereich der Fußgängerzone, werden aber frequentiert, wenn sich ein spezieller Bedarf ergibt. Da sich aber hieraus keine "Zwangsläufigkeit" für einen Besuch der Fußgängerzone ergibt, wird dieser Teil unter "bedingt" gehandelt.

Bedarfsanalyse
Branche Anzahl Anteil % Bedarf
Bekleidung 13 21,31 Mittelfristig
Gastronomie 8 13,11
Dienstleistung 7 11,48
Leer 6 8,96
Optiker/Akustiker 5 8,20 Langfristig
Telekommunikation 4 6,56 Langfristig
Schmuck/Uhren 4 6,56 Langfristig
Friseur/Kosmetik 3 4,92 Mittelfristig
Lederwaren 2 3,28 Langfristig
Lebensmittel 2 3,28 Kurzfristig
Haushaltswaren 2 3,28 Langfristig
Foto 2 3,28 Langfristig
Apotheke 2 3,28 Kurzfristig
Zeitschriften 1 1,64 Kurzfristig
Reformhaus 1 1,64 Kurzfristig
Nähladen 1 1,64 Mittelfristig
Hotel 1 1,64
Geschenke 1 1,64 Langfristig
Fahrrad/Sportwaffen 1 1,64 Langfristig
Drogeriemarkt 1 1,64 Kurzfristig

Die Tabelle zeigt die Anzahl der Geschäfte auf Basis ihrer Branche.

Dienstleistungen: Banken, Versicherungen, Makler, etc.

Weitere Faktoren:

Öffnungszeiten:

Zu beobachten ist, dass es keine einheitlichen Öffnungszeiten gibt. Aber nur damit kann gewährleistet werden, dass sich für Kunden der Weg in die Fußgängerzone lohnt. Berufstätige, die noch Einkäufe tätigen wollen, werden den Weg meiden, wenn sie schon wissen, dass nicht alle Läden zumindest bis zu einer bestimmten Uhrzeit geöffnet haben. Sollten Mittagspausen aufgrund der Personalstrukturen in den Unternehmen unumgänglich sein, sollten diese auf die Zeit von 13-14 Uhr gelegt werden. Sonder- und Ausnahmeregelungen sollten gänzlich vermieden werden, dazu zählt insbesondere die Schließung der Betriebe an Mittwoch-nachmittagen. Insbesondere Samstag sind die Öffnungszeiten völlig unterschiedlich.

Markt:

Parkplätze:

Parken: Ausbessern der Parkplätze am Bahnhof (Nord). Verbesserung der Parkplätze insgesamt, Überwachung der Parkzeiten, aber auch die Möglichkeit länger als 2 Stunden zu parken.

Kundenprofil:

Jüngere Kunden (jünger 30 Jahre) werden wenig angesprochen. Insbesondere die Bekleidungsgeschäfte ziehen eher älteres Publikum an. Die Zuwendung zu einer jüngeren Kundenschicht hätte den Vorteil, dass diese Käuferschicht nicht in benachbarte Zentren (Salzburg, Globus, etc.,...) abwandert, sondern dass auch eine Kundenbindung für spätere Generationen stattfindet.

Gastronomie:

Die Art der bereits jetzt bestehenden Gastronomie tendiert in Richtung Bistro/Imbiss. Restaurants fehlen im Wesentlichen. Die meisten gastronomischen Betriebe schließen sehr früh, so dass sich kein "Einkaufserlebnis" mit anschließendem Essengehen entwickelt. Hier fehlen Restaurants, die auch abends geöffnet haben.

Umgebung:

In dem der Fußgängerzone anschließenden Bereich ist der Anteil des Leerstands noch größer, als im unmittelbaren Bereich der Fußgängerzone. (obwohl hier Parkplätze existieren. Bei Diskussionen um die Belebung der Fußgängerzone, wurde ja oft das Argument gebracht, dass Parkplätze in diesem Bereich notwendig seien. Die Bereiche Lindenstraße und die Umgebung der Fußgängerzone beweisen das Gegenteil.)

Fragen

Warum gibt es so viele Leerstände in Freilassing? Nicht nur in der Fußgängerzone.

Sind die Mieten zu hoch?

Gibt es keine Geschäftsleute, die sich hier ansiedeln wollen?

Was tragen die anderen Verbände, Organisationen bei, die eine Belebung der Innenstatt fördern? (Wirtschaftsforen, Kultur, Soziales, Tourismus, ...)

Fußgängerzone
Fußgängerzone Freilassing im Herbst

Was könnte getan werden?

Weitere Themen:

Kontakt:

Hans-Peter Dorn

Hauptstr. 8

83395 Freilassing

E-Mail